'Wir
müssen das Beste draus
machen‘, sagt Armin Herterich mit belegter Stimme eineinhalb Tage nach
den
dramatischen Ereignissen. Sein Wohnhaus stand am frühen
Montagmorgen plötzlich
in Flammen.
Nun sei es nicht mehr bewohnbar. Auch aus dem benachbarten Haus
mussten die Bewohner ausziehen.
Es werde seine Zeit brauchen, bis alles wieder
hergerichtet ist, sagt Herterich.
Die
Gutachter für Mobiliar und
Hausrat seien am Dienstag da gewesen, am Mittwoch würden dann die
Schäden am
Gebäude gutachterlich eingeschätzt. Am Dienstag war die
Kriminalpolizei im Haus
der
Herterichs noch auf Spurensuche, denn über die Brandursache
bestand am
Montag Unklarheit.
Ein
Mann, der am Montag früh
an dem brennenden Haus vorbeigefahren war und die Familie auf dem
Balkon hatte
stehen sehen, hielt seinen Wagen spontan an und kam den Herterichs zur
Hilfe:
Er klingelte am Nachbarhaus und verlangte eine Leiter. Mit dieser
rettete er
die Familie vom Balkon
des brennenden Hauses.
Für
manche Leute ist ein solch
spontaner Rettungseinsatz selbstverständlich. Aber ob heutzutage
tatsächlich
jeder Passant sein Auto sofort anhält, um anderen zu helfen,
bleibt fraglich.
Die Polizei
habe jedenfalls nicht mehr nachgehakt, um den Freiwilligen
ausfindig zu machen, sagt Pressesprecher
Heiko Sauer vom Polizeipräsidium
Unterfranken.
Die
Nachbarn der Herterichs,
Winfried und Gudrun Weippert, hat der uneigennützige Einsatz des
Fremden jedoch
beschäftigt: Vielleicht sei er von der Nachtschicht gekommen oder
dorthin
gefahren,
weil er so schnell weg war, vermutet Gudrun Weippert. Als er bei
ihnen klingelte, sei plötzlich alles
ganz schnell gegangen. 'Da hat man keine
Zeit auf Besonderes zu achten.' Der Mann sei wohl
zwischen 40 und 50 Jahren alt
gewesen und habe einen osteuropäischen Dialekt gehabt.
Unbekannter holte für Familie auf Balkon des brennenden Hauses
eine Leiter
Quelle: Mainpost vom
04.11.2008
(Verfasser: Roland Pleier)
Das
war dramatischer, als es selbst die Feuerwehr
mitbekommen hat: Ein Passant war es, der am
Montagmorgen eine vierköpfige Familie
mit einer Leiter vom Balkon eines brennenden Hauses in
Eltingshausen gerettet
hat. Ein Mädchen erlitt eine Rauchvergiftung, die übrigen
Familienmitglieder
blieben unverletzt. Nach Angaben der Polizei aus Würzburg wird der
Schaden auf
200.000 Euro
geschätzt.
Wer
der mutige Helfer war, fand die Polizei nicht
heraus. Der Mann hatte nach Aussagen eines
Polizeisprechers keine Zeit und
verschwand. Das Feuer entdeckt hatte ein Rentner, dessen Wohnung
mit einem
Flachbau mit der seines Sohnes verbunden ist. Der
Mann verständigte die vierköpfige Familie
seines Sohnes, die noch in dem anderen Wohnhaus
schlief. Da sich das Ehepaar mit den Kindern wegen des dichten Qualms
nicht mehr durchs
Treppenhaus ins
Freie retten konnte, flüchteten alle auf den Balkon.
Der
Passant erkannte den Ernst der Lage, holte bei
Nachbarn eine Leiter und rettete so die Familie,
berichtet die Polizei. Die Feuerwehr bekam von dieser
Heldentat gar nichts mit: Als sie eintraf, war
die Leiter schon wieder
verschwunden.
Kurz
nach 04:00 Uhr hatte es der Hausbesitzer
knistern gehört, berichtet Feuerwehrkommandant
Thorsten Schlotter auf Anfrage.
Der Alarm ging um 04:12 Uhr ein. Als die Feuerwehr eintraf schlugen
bereits Flammen
aus dem Flachbau, in dem sich neben Wohn- und Büroräumen auch
ein Schuppen
mit
Motorrädern und einem Anhänger befanden. In einer Garage war
ein Audi A 6
abgestellt, der
total zerstört wurde.
Die
Feuerwehren aus Eltingshausen, Oerlenbach, Reiterswiesen, Ebenhausen,
Rottershausen,
Bad Kissingen, Nüdlingen und Arnshausen hatten mit ihren 120
Einsatzkräften alle Hände voll zu tun.
Ihnen gelang es ein Übergreifen der
Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern.
Den
Schaden schätzt die Polizei auf 200.000 Euro. Die Brandursache ist
bislang noch
ungeklärt.
Die Kripo Schweinfurt ermittelt.
Angaben
der Nachbarin zufolge hatte der unbekannte Retter wohl einen
osteuropäischen
Akzent.
Er mag um die 40, 45 Jahre alt gewesen sein. Viel mehr konnte sie nicht
sagen in den wenigen
Augenblicken, nachdem er an der Tür geklingelt und sie ihm
geöffnet hatte. ‚Da war keine Zeit zum
Nachdenken.‘ Ihr Mann habe sofort
reagiert, die Leiter geholt und die Familie zusammen mit dem
Unbekannten
geborgen.